Freunde     sind       Menschen,   die bleiben, wenn andere gehen.

Richard Nixon

Was du nicht  sagst, wenn jemand dabei ist, sag es  erst recht  nicht, wenn jemand nicht dabei ist.

GUTE WERKE

MACHEN EINEN

MENSCHEN

NICHT

GUT;

ABER EIN GUTER

MENSCH TUT

GUTE WERKE.

MARTIN LUTHER

Martin Luther
Der  Heilige Geist

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Der Heilige Geist

 

Der Heilige Geist

Apostelgeschichte 2

Das Pfingstwunder nach Martin Luther 1984

1 Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an "einem" Ort beieinander.

2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,

4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

5 Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.

6 Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.

7 Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa?

8 Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache?

9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien,

10 Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom,

11 Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.

12 Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden?

 

Liebe Gemeinde,

Pfingsten, Tag des Geistes. Was ist und was wirkt der Heilige Geist. In unserem Bibelabschnitt wird mit 2 Bildern, 2 anschaulichen Bildern vom Geist gesprochen. Der Heilige Geist kommt und ist wie ein gewaltiger Wind und wie ein Feuer. Dabei ist zunächst etwas interessant: das Brausen des Windes erfüllt das ganze Haus. Es umweht und umtost gewissermaßen die gesamte Gemeinde die in diesem Haus versammelt ist. Das Feuer aber setzt sich und das wird ja ausdrücklich in etwas merkwürdiger Schilderung beton, setzt sich zerteilt wie einzelne Flammen auf einen jeden einzelnen speziell. Der Heilige Geist ist also ein soziales und ein individuelles Phänomen. Der Heilige Geist durchweht und prägt einen ganzen Raum, durchweht und prägt eine ganze Gemeinde, sodass man es spürt, hier herrscht ein guter Geist, der Geist der Liebe, der Geist der Gemeinschaft, der Geist der Offenheit für Gott und für die Nöte der Menschen. Wenn aber das Wirken des Geistes in einer Gemeinde gehindert wird, dann verliert diese Gemeinde ihr christliches Gepräge. 

Es steht zwar noch christlich oder evangelisch drauf, ist aber nicht mehr drin. Der Heilige Geist ist ein soziales Phänomen, das eine ganze Gemeinde prägt aber er ist auch ein individuelles Phänomen und begabt und ermutigt jeden einzelnen Menschen auf eine je andere Weise. Bei jedem wirkt er etwas anderes. Gewiss, es gibt Dinge die wirkt er bei jedem, Glaube z.B. , Liebe gewiss, aber dann nimmt er es doch bei jedem einzelnen eine etwas andere Gestalt an. Dem einen schenkt der Heilige Geist den Mut zu einem beeindruckenden Auftreten für Jesus, dem anderen schenkt er die Fähigkeit, ganz in der Stille Menschen intensiv zuzuhören. Der Geist ein soziales und ein individuelles Phänomen für die ganze Gemeinde und jeden Einzelnen. Aber was sagen uns diese beiden Bilder noch über Heiligen Geist? Ein mal in der Geschichte des Volkes Israel war der Wind entscheidend und der Wind war Gott in Aktion, nämlich am Schilfmeer. Als das Volk Israel das Schilfmeer vor sich und die nachjagenden Ägypter hinter sich hatte, da wehte ein gewaltiger Sturmwind und zerteilte das Meer. Der Wind ist Gott in Aktion. Der Heilige Geist ist Gott in Aktion, das will uns dieses Bild sagen. Den Wind kann man nicht sehen, man kann ihn nicht greifen. Das wäre haschen nach Wind. Man bekommt den Wind nicht in den Griff, man kann ihn auch nicht lenken und steuern. Er weht und wirkt wo er will, aber ja, den Wind sehen wir nicht, aber seine Wirkungen die spüren wir, die sehen wir. Und so ist das auch bei dem Heiligen Geist. Wir können ihn nicht sehen, wir bekommen ihn nicht in den Griff, wir können ihn nicht lenken und steuern, er weht und wirkt wo er will, aber seine Wirkungen die können wir spüren und sehen. Der Wind schenkt Energie und setzt in Bewegung. Der Wind bläht die Segel der Segelschiffe und treibt sie übers Meer. Der Wind dreht die Räder der Windmühlen und der Windräder. So schenkt er Bewegung und Kraft und Energie. Der Heilige Geist schenkt Kraft und Energie. Er schenkt Mut. An Pfingsten verlieren die Jünger alle ihre Angst. Jetzt wagen sie es mutig von Jesus Zeugnis abzulegen und sie werden auch nicht aufhören davon zu reden, wenn sie dafür verfolgt und ins Gefängnis geworfen werden. Der Heilige Geist in ihnen gibt ihnen die Kraft und die Energie und den Mut. Der Heilige Geist schenkt uns dem Mut von Jesus zu reden und uns zu Jesus zu bekennen, auch wenn wir dafür belächelt werden. Und das scheint diese Gesellschaft ja mehr und mehr zu prägen, das man sich zwar mit dem Islam irgendwie auseinandersetzt aber über die Christen eigentlich nur noch milde lächelt. Na ja, das sind die Leute, die glauben noch was, was vor 500 Jahren mal viele geglaubt haben, aber eigentlich hm.. spielt es noch eine Rolle? Gucken sie sich mal in der Zeitung, was da so für Veranstaltungen für Pfingsten angeboten werden und wann die beginnen. Also 90% der Deutschen scheinen überhaupt nicht mehr auf dem Bildschirm zu haben das es Christen gibt, die an einem Feiertag einen Gottesdienst besuchen. Das ist eine Winkelerscheinung. Der Heilige Geist will uns den Mut schenken, dass wir trotzdem mutig und klar sagen, jawohl ich glaube an Jesus und das ist das Fundament meines Lebens. Der Heilige Geist schenkt uns die inneren Kräfte die wir nötig haben. Er schenkt uns Kraft und Ausdauer, wenn von uns viel verlangt wird. Er schenkt unserem Glauben Kraft, wenn der Zweifel an ihm nagt. Er schenkt unserer Liebe Kraft, wenn sie auf schwere Proben gestellt wird. Und der Heilige Geist setzt in Bewegung. An Pfingsten hat er die Jünger aus dem Haus getrieben und Bewegung gesetzt, dass sie auf die Menschen zugegangen sind. Im 19ten Jahrhundert hat er massenhaft Menschen in Bewegung gesetzt, aus Europa in andere Länder, um die Botschaft von Jesus hinauszutragen zu den Menschen, die sie noch nicht kennen. Der Heilige Geist legt uns die Not eines Menschen aufs Herz und setzt uns in Bewegung, dass wir diesen Menschen besuchen, für ihn und mit ihm beten. Der Heilige Geist kann auch eine Gemeinde in Bewegung setzen, dass sie neue Aufgaben erkennt und sich den Herausforderungen mutig stellt. Der Wind schenkt aber nicht nur Energie und setzt in Bewegung, der Wind zerstört auch. Der Wind ist ja ein ambivalentes Phänomen. Er ist nicht nur gut. Er ist manchmal auch übermächtig. Dann reißt er ganze Wälder um, fegt Häuser hinweg. Auch der Heilige Geist kann manchmal übermächtig werden und fegt dann alles hinweg, was sich Gott und seinem Reich in den Weg stellt. Dann sprechen wir von Erweckung, wenn der Wind über Land fegt, dass er unwiderstehlich ist. Aber nehmen wir auch das 2. Bildphänomen noch in den Blick. Was erzählt uns das Feuer? Die Feuerflammen zerteilt auf den Köpfen der einzelnen Personen, was soll mit dem Feuer über den Heiligen Geist gesagt werden. In der Gründungsphase des Volkes Israel begegnet das Feuer 2 Mal eine herausgehobener Stelle im 2. Mosebuch. Da heißt es im13. Kapitel: und der Herr zog vor ihnen her am Tage in einer Wolkensäule um sie den rechten Weg zu führen und bei Nacht bei einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern könnten. Und im 19. Kapitel heißt es dann, da ist das Volk inzwischen am Berg Sinai angekommen, der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der Herr auf dem Berg herabfuhr im Feuer. Der Wind ist Gott in Aktion, das Feuer macht deutlich, hier ist Gott. Im Heiligen Geist haben wir es mit Gott zu tun, deshalb kommt er wie ein Feuer, deshalb redet die Bibel im Bild des Feuers von ihm. Was aber tut das Feuer? Das Feuer brennt und es verbrennt. Das tut der Heilige Geist auch. Er brennt. Er deckt unsere Sünden auf und macht sie brennend, das wir sie nicht mehr verschweigen können, das wir nicht mehr über sie weggehen bis wir sie bekennen, zu Jesus bringen und uns vergeben lassen. Aber das Feuer schenkt auch Licht und Erleuchtung. So bringt der Heilige Geist das Bibelwort zum Leuchten und erleuchtet uns, das wir verstehen was wir lesen. Und dann gibt es diese Redewendung, das jemand Feuer und Flamme ist für etwas. Das jemand für etwas brennt. Wenn der Heilige Geist in uns wirkt, dann sind wir Feuer und Flamme für Jesus und brennen für seine Sache. Aber nun tut der Heilige Geist an Pfingsten ja noch ein ganz besonderes Wunder und darauf haben wir noch gar nicht unseren Blick gelenkt, ein Sprachenwunder. Die Jünger bekommen den Mut von Jesus zu reden und sie werden verstanden. Sie werden verstanden von den Menschen, die da um sie sind und ihnen zuhören, obwohl die Menschen verschieden sind, aus ganz verschiedenen Ländern und Ecken der Welt kommen und ganz unterschiedliche Sprachen sprechen. Dabei ist nicht ganz klar, ob dieses Sprachenwunder nun ein Sprechwunder oder ein Hörwunder ist. In Vers 4 heißt es zunächst und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in anderen Sprachen wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Da scheint es also so gemeint zu sein, das die Jünger auf einmal die Fähigkeit haben, also sie sprechen ganz normal aber sie sprechen dabei in Sprachen, die sie eigentlich gar nicht kannten, anderen Sprachen, fremden Sprachen. Aber dann heißt es in Vers 8 wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache. Und das klingt dann eher so, als wenn da eigentlich einer spricht, in einer Sprache, vielleicht in seiner eigenen, aber alle die darum herumstehen, haben den Eindruck, der spricht meine Sprache. Das wäre dann eher ein Hörwunder. Also das ist, lesen sie es zu Hause noch einmal in Ruhe nach, es ist nicht ganz klar. Aber auch natürlich nicht entscheidend wichtig, war es ein Sprech-, war es ein Hörwunder, war es beides, ein Sprech- und ein Hörwunder. Klar ist auf jeden Fall, Sprech- und Hörwunder sind von Nöten. Ohne diese Wunder geht es nicht. Gewiss, das Sprachenwunder an Pfingsten war etwas einmaliges, aber die Sprech- und Hörwunder in einer, ja sagen wir mal in etwas schlichteren Art und Weise sind für die christliche Gemeinde konstitutiv. Ohne sie geht es nicht. Paulus schreibt im 1. Thessalonicher 1 Vers 5 Unsere Predig des Evangeliums kam zu euch nicht allein im Wort sondern auch in der Kraft und in dem Heiligen Geist und in großer Gewissheit. Paulus war sich bewusst, da war beides, sein menschliches Wort und Gottes Geist. Wenn Gott durch seinen Geist nicht das Wort des Paulus zu seinem Wort gemacht hätte, hätte es nicht die Herzen der Menschen erreichen und verändern können. Eine Predigt hat gewiss eine handwerkliche Seite und da können wir uns als Pfarrer oder Pfarrerin bemühen ein gutes Handwerksstück abzuliefern, unser Bestes zu geben. Auch etwas zu lernen in diesem Handwerk von anderen, zu sehen das wir daran besser, das wir vielfältiger, das wir fantasiereicher werden. Aber das entscheidende ist, das Gott unser Menschenwort zu seinem Wort macht und durch den Heiligen Geist Menschenherzen anrührt. Ohne dieses Sprechwunder des Heiligen Geistes geht es nicht. Ich persönlich erlebe gerade Traueransprachen sehr häufig als geschenkt. Sie sind nur zu einem kleineren Teil erarbeitet. Zum größeren Teil stellen sie sich einfach ein. Und dann beginn ich zu schreiben und dann sind sie da. Das sind Geschenke, die kann man nicht machen. Es braucht diese Sprechwunder des Heiligen Geistes und es geht nicht ohne das Hörwunder der Heiligen Geistes. In der Apostelgeschichte Kapitel16 heißt es: und eine gottesfürchtige Frau mit Namen Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira hörte zu. Der tat der Herr das Herz auf, so dass sie darauf acht hatte, was von Paulus geredet wurde. Wenn der Herr der Lydia das Herz nicht aufgetan hätte, hätte der Paulus reden können so lange er wollte, er hätte gegen eine Wand angeredet. Es braucht dieses Hörwunder. Es braucht, dass der Heilige Geist Menschen die Herzen aufschließt. Und ihr kennt das doch alle selbst. Da hören mehrere Menschen die gleiche Predig und für den einen hat sie einen entscheidenen Anstoß mitgegeben oder hat ihn getröstet in der Tiefe seiner Seele. Und für einen anderen war sie einfach nett anzuhören. Das kennt ihr doch oder? Und wisst doch selber, auch wie unterschiedlich man Predigten hört. Mal denkt man, hat er ganz gut gemacht und andermal geht man raus und denkt, wau, das muss ich nochmal nachwirken lassen. Das hat mich heute ergriffen. Das hat mir ein völlig neues Licht aufgesetzt. Das sind die Hörwunder des Heiligen Geistes, der uns auf einmal aufschließt. Liebe Gemeinde ganz zum Schluss, es war viel, noch einmal das wichtigste in Kürze. Der Heilige Geist ist ein soziales Phänomen, es ergreift die ganze Gemeinde und er ist ein individuelles Phänomen, er wirkt in jedem einzelnen anders. Der Heilige Geist ist Gott in Aktion. Den Heiligen Geist kann man nicht sehen und in den Griff bekommen aber seine Wirkungen kann man sehen. Der Heilige Geist schenkt Kraft und Mut und setzt in Bewegung. Im Heiligen Geist haben wir es mit Gott zu tun. Der Heilige Geist macht unsere Sünde brennend, das wir sie zu Jesus bringen. Der Heilige Geist bringt das Bibelwort zum Leuchten und erleuchtet uns, das wir es verstehen. Der Heilige Geist wirkt Sprech- und Hörwunder unter uns. Liebe Gemeinde, es muss etwas geschehen. Und manches kann durch menschliche Klugheit und menschlichen Fleiß geschehen, das entscheidende aber kann nur durch den Heiligen Geist geschehen. Es wird geschehen. Wo und wann Gott es will. Wir wollen um den Geist bitten und sein Wirken erwarten. Amen

Predigtabschrift Pfingstpredigt 2016 Pfarrer Arnold Bock

 

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